Freitag, 29. März 2013

Risiko Feuer – es geht um Ihr Leben!


Bernau. (MOZ) Eine 71-jährige Frau starb am Mittwoch in Bernau nach einem Wohnungsbrand. Wie die Polizei mitteilte, brach das Feuer in einem Mehrfamilienhaus an der Sonnenallee mit starker Rauchentwicklung gegen 12.30 Uhr aus. Zwei weitere Mieter wurden mit Rauchgasvergiftung behandelt. Die Wohnung ist unbewohnbar. Es wird ermittelt.
Diese Meldung der MOZ vom 28.03.13 ist eine Variation von Meldungen, die fast täglich von Google Alert in mein Postfach geschwemmt werden. Jährlich sterben in Deutschland rund 600 Menschen bei rund 200 000 gemeldeten Bränden. Dabei besonders dramatisch: jedes dritte Brandopfer ist ein Kind. Nicht zu letzt sollten 6000 Menschen pro Jahr mit schweren Brandverletzungen ein deutliches Zeichen sein, das Risiko Feuer ernst zu nehmen, zu mal vier Fünftel der Brände in Privathaushalte ausbrechen.
Die Voraussetzung für die Entstehung eines Feuers ist das Vorliegen eines brennbaren Stoffes und die Anwesenheit von Sauerstoff. Beides ist in unserer Umgebung meistens hinreichend vorhanden. Das Einzige, was uns von einem alles verschlingendes Flammeninferno trennt, ist die noch ausbleibende Zündung des brennbaren Stoffes. Dazu bedarf es einer thermischen Aufbereitung, das heißt der brennbare Stoff wird durch Wärmeeinwirkung „brennbereit“ gemacht. Die eingebrachte Wärme bewirkt, dass sich Gase oder Dämpfe bilden. Wird jetzt die Zündtemperatur überschritten, sind die gefräßigen Flammen da und innerhalb kürzester Zeit kann ein ganzes Wohnhaus zerstört sein. 
   


Die Zündung kann auf unterschiedlichster Weise erfolgen. Man hört von Menschen, die mit brennender Zigarette einschlafen und nie wieder aufwachen. Uns ist auch klar, dass brennende Kerzen auf einem Adventskranz beaufsichtigt werden müssen. Diese Dinge sind für uns eindeutige Risiken.
Es gibt Ursachen für Brände, die wesentlich heimtückischer sind. Schauen Sie sich einmal diese Meldung   an:
Ahlen (ots) - Eine technische Ursache führte am Freitag, 17.12.2010, 14.20 Uhr, zu einem Brand auf einem Hof an der Warendorfer Straße bei Ahlen. Dies haben die Ermittlungen eines Brandsachverständigen des Zentralkommissariates der Kreispolizeibehörde ergeben. Offenbar hat es in einer Mehrfachsteckdose im Wohnbereich des Hauses einen Kurzschluss gegeben. Dadurch war es zum Brand gekommen. Der allein auf dem Hof lebende Bewohner war zurückgekehrt und hatte den Brand selbst bemerkt. Er verständigte die Rettungskräfte. Zwei Zimmer des Hauses im Erdgeschoß brannten aus. Weiteren Schaden konnte die Feuerwehr verhindern. Der Sachschaden wurde auf etwa 30.000 Euro geschätzt.
Hier gab es also eine technische Ursache, die zu einer Zündung führte, einen so genannten Kurzschluss. Zu Kurzschlüssen kann es in Elektroinstallationen und Elektrogeräten kommen.
Bei meinen Recherchen stellte ich fest, dass so gut wie alles, was am Stromnetz angeschlossen ist, urplötzlich in Flammen aufgehen kann. Da wird von brennenden Waschmaschinen, Kühlschränken, Fernseher und vielem mehr berichtet und ausgerechnet Wasserkocher scheinen gefährlich zu sein. Wie der Pressetext zeigt, kann die Elektroinstallation an sich schon ein Risiko sein. Bei einem Kurzschluss fließt sehr viel Strom der zu einer starken Erhitzung führt. Im ungünstigsten Fall kommt es zu einer Entstehung eines Lichtbogens mit Temperaturen mit 5.000 Grad Celsius bis 15.000 Grad Celsius. Mit diesen Temperaturen kann man so ziemlich alles anzünden.
Im Normalfall sollte es natürlich nicht zu einem Kurzschluss mit derartigen dramatischen Folgen kommen, schließlich ist jede Elektroinstallation mit einem entsprechendem Sicherungssystem ausgelegt, aber wie die Praxis zeigt, gibt es immer Ausnahmen von der Regel.
Die Vielfältigkeit der Brandursachen zeigt sich in diesem Beispiel:
Die Wohnungsinhaber (Ehepaar) kamen gegen 15.00 Uhr nach Hause und bemerkten den Brand. Sie konnten den Brand selbst mit Wasser löschen. Die alarmierte Feuerwehr Kaprun rückte mit 2 Fahrzeugen und 20 Mann zum Brandobjekt aus, ein Einsatz war aber nicht mehr erforderlich. Verletzt wurde niemand. Als Brandursache kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Selbstzündung von Torfblumenerde angenommen werden, die in Kunststoffblumenkistchen ausgebracht worden war. Die Schadenshöhe beträgt ca. 5.000,-- €.   http://www.wax.at
Eine Selbstzündung von Torfblumenerde -  hätten Sie an so eine Möglichkeit gedacht? Sie sehen, unsere komplexe Umwelt hält genügend Gelegenheiten bereit, aus denen böse Überraschungen entstehen können.


Donnerstag, 14. März 2013

Einbruchschutz - einfach wichtig


In den eigenen Wohnräumen halten wir uns gern auf. Hier ist unser Rückzugsgebiet, wir fühlen uns geborgen und sicher. An die Möglichkeit eines Einbruchs denkt kaum jemand. Kommt es dennoch zu einer solchen Tat, geht meist jegliches Gefühl von Geborgenheit verloren. Der Tatbestand, dass Fremde in die Privatsphäre eingedrungen sind, führt häufig zu großen psychischen Belastungen, die den materiellen Schaden in den Hintergrund stellen. Jetzt ist die Angst immer gegenwärtig, dass sich das schreckliche Ereignis wiederholen könnte. Viele Opfer eines Einbruchs leiden unter anhaltenden Schlafstörungen, Ängsten bis hin zu Depressionen.
Floskeln wie „bei mir ist sowieso nichts zu holen“ oder „man kann ja doch nichts dagegen tun“ wirken vor diesem Hintergrund besonders unpassend und sind schlichtweg falsch. 
Eingebrochen wird in Deutschland im Minutentakt. Stellt sich also doch die Frage: Wie kann ich mich und meine Familie wirkungsvoll davor schützen? Die meisten Straftaten ließen sich verhindern, wenn Gebäude ausreichend gesichert wären. Angepasste Schutzmaßnahmen, die auf die jeweilige Situation zugeschnitten sind, tragen dazu bei, die Täter von ihrem Vorhaben abzubringen. Die meisten Täter halten nämlich nach schlecht gesicherten Objekten Ausschau, um schnell und risikoarm zum Erfolg zu kommen. Der Standard-Einbruch erfolgt unter Einsatz körperlicher Gewalt und einfachem Hebelwerkzeug wie einem stabilen Schraubenzieher, um Fenster oder Türen aufzubrechen. Ungesicherte Standardfenster oder -terrassentüren werden innerhalb von Sekunden geöffnet. Bauelemente aus Kunststoff nahezu geräuschlos. Ziel muss es also sein, durch Sicherheitsmaßnahmen den Anreiz für eine Straftat herabzusetzen und den Tätern einen möglichst hohen Widerstand entgegenzusetzen. Wenn es um Ihre Sicherheit geht, ist planvolles Vorgehen die beste Variante. Bevor Sicherheitsmaßnahmen geplant werden, sollte eine gründliche Analyse der örtlichen Situation erfolgen. Denn je höher das Risiko für einen Einbruch ist, umso intensivere Sicherheitsmaßnahmen sind erforderlich. Die Bestimmung der Risikohöhe hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel von der Lage des Objektes, der vermuteten Attraktivität, den Abwesendheitsphasen, den Schwachstellen und den möglichen Verlusten. Alle Sicherheitsmaßnahmen, die Sie dann planen, sollten aufeinander abgestimmt sein. So macht es keinen Sinn, in eine Haustür mit hohen Widerstandswerten einen Profilzylinder der untersten Preisklasse zu montieren. Einbrecher erkennen Schwachstellen und nutzen sie aus.  Einbrecher arbeiten unter Zeitdruck und mit der Angst, entdeckt zu werden. Sie geben relativ schnell auf, wenn einbruchhemmende Bauelemente oder Zusatzsicherungen den leichten „Bruch“ verhindern. Wichtig ist also erst einmal eine mechanische Barriere in Form von Tür- und Fenstersicherungen zu schaffen.  Alarmanlagen, richtig installiert, können die mechanischen Sicherungsmaßnahmen wirkungsvoll ergänzen. Sie sollten aber nicht als alleinige Schutzmaßnahme eingesetzt werden, sondern immer nur in sinnvoller Kombination mit mechanischen Sicherungen.

Dienstag, 5. März 2013

Der Einbrecher im Allgemeinen


Die Zeit der Edelganoven ist endgültig vorbei. Die heutigen Tatortbilder sind häufig geprägt von Spuren der Zerstörung und des Vandalismus. Es  gibt sie schon noch die Profieinbrecher mit einem gewissen Berufsethos, aber immer mehr wird die Kriminalitätsstatistik durch Jugendliche mit mangelndem Unrechtsbewusstsein bestimmt, die aus Frustration und Langeweile in Häuser eindringen und ein Schreckensbild der Zerstörung und Verwüstung hinterlassen. So ist Einbruchsdiebstahl heute ein Delikt, das bei den Opfern besonders schwere und lang anhaltende psychologische Störungen hervorruft, die teilweise traumatische Konsequenzen haben. Schon die Tatsache, dass Unbekannte in die eigene Wohnung und damit in den eigenen Intimbereich eingedrungen sind, ist ein Auslöser für derartige Störungen. Der Anblick einer durch blinde Zerstörungswut entweihten Wohnwelt potenziert diese Störungen massiv und führt teilweise dazu, das Opfer eines Einbruchs die Wohnung oder das Haus aufgeben.     


Man kann sie klassifizieren, die Einbrecher. Das Bundeskriminalamt Österreich  hat sich zum Beispiel für sechs Kategorien entschieden. Da gibt es die organisierten Banden, nicht selten ethnische Gruppierungen, die vorbestellte Waren im Rahmen von Geschäftseinbrüchen organisieren. Dann unterscheidet man Wohnungs- und Wohnhauseinbrecher spezialisiert auf Tatorte mit hoher Beuteerwartung. Man hat weiterhin mit „Berufsverbrechern“ mit langjähriger Hafterfahrung zu tun, mit Beschaffungskriminellen, die für ihren Drogenkonsum einbrechen, mit Gelegenheitstätern und mit Jugendlichen mit gestörtem Unrechtsbewusstsein.
Für uns, als mögliche Opfer, sind derartige Einteilungen eher uninteressant. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Profiganoven, die auch vor hochwertigen technischen Sicherungen und selbst vor einer direkten Konfrontation mit Anwesenden nicht zurückschrecken,  für unser trautes Heim interessieren, ist gering und gegen den Rest kann man etwas tun.



Im Rahmen einer Studie der Ruhr-Universität Bochum wurde eine Befragung von Straftätern die wegen Einbruchsdelikten verurteilt wurden und eine Haftstrafe abbüßten, durchgeführt. Ein Teil der Interviewten outeten sich als berufsmäßige Einbrecher. Sie lebten also außerhalb ihrer Haftzeiten vom „Bruch“.  
Die Befragung  ergab unter anderem, dass die Lage des Einbruchobjektes für die Täter, von besonderer Relevanz ist. Sehr viele der Befragten achteten darauf, dass die Objekte von wenigen Häusern umgeben, also in einer eher abgelegenen Lage  waren. Für viele war es wichtig, dass die Möglichkeit von Zeugen gesehen zu werden, gering war. Sie achteten auf geringen Passantenverkehr und auf eine Nachbarschaft von der eine geringe Aufmerksamkeit vermutet wurde. Andere Täter gehen davon aus, dass Passanten oder Nachbarn, obwohl sie Verdachtsmomente wahrnehmen, diese ignorieren.
Für einige der Täter war eine schlechte Einsehbarkeit des Objektes von Außen  von Bedeutung, für anderen war dies unwichtig. Gute An- und Abfahrtswege, gute Möglichkeiten zum Abtransport der Beute und einen insgesamt leichten Zugang zum Objekt ist für viele ebenfalls ein Entscheidungskriterium. Die Täter sind übrigens häufig aus dem Umfeld des Tatobjektes, das heißt sie kennen sich bestens aus und kennen möglicherweise sogar ihre Opfer. Sie arbeiten auch häufig mit Informanten zusammen. Zu dem Thema befragte Polizeibeamte stellten fest: Das Entdeckungsrisiko ist relativ gering, wenn man z.B. einen Informanten hat, der einem sagt, wo was zu holen ist und die Örtlichkeit beschreiben kann. „Jeder, der einmal auf frischer Tat erwischt wird, hat davor mindestens schon 50 Brüche gemacht, bei denen er nicht erwischt worden ist. Das ist tief geschätzt“.
Bei der Entscheidungsfindung zur Begehung eines Einbruchdeliktes spielte bei vielen der Befragten neben dem ökonomischen Aspekt, Spaß, Abenteuerlust, das Austesten der eigenen Grenzen u. A. eine nicht unwesentliche Rolle. Die Suche nach Anerkennung in den eigenen Kreisen scheint vor allem bei osteuropäischen Tätern ein wichtiges Motiv zu sein.