Bernau. (MOZ) Eine 71-jährige Frau starb am Mittwoch in Bernau nach einem Wohnungsbrand. Wie die Polizei mitteilte, brach das Feuer in einem Mehrfamilienhaus an der Sonnenallee mit starker Rauchentwicklung gegen 12.30 Uhr aus. Zwei weitere Mieter wurden mit Rauchgasvergiftung behandelt. Die Wohnung ist unbewohnbar. Es wird ermittelt.
Diese Meldung der MOZ vom 28.03.13 ist eine Variation von Meldungen, die fast täglich von Google Alert in mein Postfach geschwemmt werden. Jährlich sterben in Deutschland rund 600 Menschen bei rund 200 000 gemeldeten Bränden. Dabei besonders dramatisch: jedes dritte Brandopfer ist ein Kind. Nicht zu letzt sollten 6000 Menschen pro Jahr mit schweren Brandverletzungen ein deutliches Zeichen sein, das Risiko Feuer ernst zu nehmen, zu mal vier Fünftel der Brände in Privathaushalte ausbrechen.
Die Voraussetzung für die Entstehung eines Feuers ist das Vorliegen eines brennbaren Stoffes und die Anwesenheit von Sauerstoff. Beides ist in unserer Umgebung meistens hinreichend vorhanden. Das Einzige, was uns von einem alles verschlingendes Flammeninferno trennt, ist die noch ausbleibende Zündung des brennbaren Stoffes. Dazu bedarf es einer thermischen Aufbereitung, das heißt der brennbare Stoff wird durch Wärmeeinwirkung „brennbereit“ gemacht. Die eingebrachte Wärme bewirkt, dass sich Gase oder Dämpfe bilden. Wird jetzt die Zündtemperatur überschritten, sind die gefräßigen Flammen da und innerhalb kürzester Zeit kann ein ganzes Wohnhaus zerstört sein.
Die Zündung kann auf unterschiedlichster Weise erfolgen. Man hört von Menschen, die mit brennender Zigarette einschlafen und nie wieder aufwachen. Uns ist auch klar, dass brennende Kerzen auf einem Adventskranz beaufsichtigt werden müssen. Diese Dinge sind für uns eindeutige Risiken.
Es gibt Ursachen für Brände, die wesentlich heimtückischer sind. Schauen Sie sich einmal diese Meldung an:
Ahlen (ots) - Eine technische Ursache führte am Freitag, 17.12.2010, 14.20 Uhr, zu einem Brand auf einem Hof an der Warendorfer Straße bei Ahlen. Dies haben die Ermittlungen eines Brandsachverständigen des Zentralkommissariates der Kreispolizeibehörde ergeben. Offenbar hat es in einer Mehrfachsteckdose im Wohnbereich des Hauses einen Kurzschluss gegeben. Dadurch war es zum Brand gekommen. Der allein auf dem Hof lebende Bewohner war zurückgekehrt und hatte den Brand selbst bemerkt. Er verständigte die Rettungskräfte. Zwei Zimmer des Hauses im Erdgeschoß brannten aus. Weiteren Schaden konnte die Feuerwehr verhindern. Der Sachschaden wurde auf etwa 30.000 Euro geschätzt.
Hier gab es also eine technische Ursache, die zu einer Zündung führte, einen so genannten Kurzschluss. Zu Kurzschlüssen kann es in Elektroinstallationen und Elektrogeräten kommen.
Bei meinen Recherchen stellte ich fest, dass so gut wie alles, was am Stromnetz angeschlossen ist, urplötzlich in Flammen aufgehen kann. Da wird von brennenden Waschmaschinen, Kühlschränken, Fernseher und vielem mehr berichtet und ausgerechnet Wasserkocher scheinen gefährlich zu sein. Wie der Pressetext zeigt, kann die Elektroinstallation an sich schon ein Risiko sein. Bei einem Kurzschluss fließt sehr viel Strom der zu einer starken Erhitzung führt. Im ungünstigsten Fall kommt es zu einer Entstehung eines Lichtbogens mit Temperaturen mit 5.000 Grad Celsius bis 15.000 Grad Celsius. Mit diesen Temperaturen kann man so ziemlich alles anzünden.
Im Normalfall sollte es natürlich nicht zu einem Kurzschluss mit derartigen dramatischen Folgen kommen, schließlich ist jede Elektroinstallation mit einem entsprechendem Sicherungssystem ausgelegt, aber wie die Praxis zeigt, gibt es immer Ausnahmen von der Regel.
Die Vielfältigkeit der Brandursachen zeigt sich in diesem Beispiel:
Die Wohnungsinhaber (Ehepaar) kamen gegen 15.00 Uhr nach Hause und bemerkten den Brand. Sie konnten den Brand selbst mit Wasser löschen. Die alarmierte Feuerwehr Kaprun rückte mit 2 Fahrzeugen und 20 Mann zum Brandobjekt aus, ein Einsatz war aber nicht mehr erforderlich. Verletzt wurde niemand. Als Brandursache kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Selbstzündung von Torfblumenerde angenommen werden, die in Kunststoffblumenkistchen ausgebracht worden war. Die Schadenshöhe beträgt ca. 5.000,-- €. http://www.wax.at
Eine Selbstzündung von Torfblumenerde - hätten Sie an so eine Möglichkeit gedacht? Sie sehen, unsere komplexe Umwelt hält genügend Gelegenheiten bereit, aus denen böse Überraschungen entstehen können.